16.01.2015

Weißer Hautkrebs kann Berufskrankheit sein

UV-Strahlung

Auf der Basis wissenschaftlicher Empfehlungen des Ärztlichen Sachverständigenbeirats „Berufskrankheiten“ beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales wurde die Berufskrankheiten-Verordnung sowie die Berufskrankheiten-Liste an neue medizinisch-wissenschaftliche Erkenntnisse angepasst. Seit dem 1. Januar 2015 sind vier neue Berufskrankheiten aufgenommen worden. Darunter die BK-Nr. 5103 Hautkrebs durch UV-Strahlung: Bestimmte Formen des so genannten "weißen Hautkrebses" (Plattenepithelkarzinome) oder dessen Vorstufen (multiple aktinische Keratosen) durch langjährige Sonneneinstrahlung.

In Deutschland arbeiten bis zu 3 Millionen Menschen regelmäßig im Freien (Outdoor-Worker) und sind so der erhöhten Gefahr von Hautkrebs ausgesetzt. Diese neue Regelung betrifft also „bestimmte Personengruppen“ insbesondere aus den Bereichen: Land- und Forstwirtschaft, Fischerei und Seefahrt, Baugewerbe und Handwerk (z. B. Dachdecker, Zimmerleute, Bauarbeiter, Maurer, Stahlbauschlosser, Schweißer an Brücken), Straßenarbeiten, Tätigkeit als Bademeister, Bergführer u. ä. Besonders zu berücksichtigen sind dabei Arbeiten im Ausland in südlichen Ländern.

Zum Schutz der Beschäftigten müssen gemeinsam mit den Arbeitgebern wirksame Lösungen zum Sonnenschutz entwickelt werden. Die Verhinderung arbeitsbedingter Hautkrebserkrankungen durch die Sonne sollte also höchste Priorität besitzen. Das gemeinsame Ziel von Berufsgenossenschaften und Unfallkassen sowie von Arbeitsgebern, nämlich der Schutz der Beschäftigten, muss durch die Entwicklung wirksamer Lösungen zum Sonnenschutz und deren Umsetzung in der Praxis gewährleistet sein. Neben technisch-organisatorischen Maßnahmen, wie z.B. durch die Verschiebung der täglichen Arbeitszeit (Mittagssonne meiden!), können auch das konsequente Tragen von geeigneter Kleidung sowie das Auftragen von Hautschutzmitteln zum Hautschutz beitragen.

Es gilt also: der Schutz vor Sonne ist nicht länger Privatsache der Mitarbeiter.

Die entsprechende Pressemitteilung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) finden Sie hier.