Weißer Hautkrebs kann Berufskrankheit sein

UV-Strahlung, wie sie auch im natürlichen Sonnenlicht enthalten ist, steigert das Hautkrebsrisiko: Das ist eine Tatsache, die heute unumstritten ist. In Deutschland arbeiten bis zu drei Millionen Menschen regelmäßig im Freien und sind so der erhöhten Gefahr von Hautkrebs ausgesetzt. Dennoch wird natürliches Sonnenlicht als Risikofaktor in vielen Unternehmen nicht oder kaum thematisiert – oftmals gilt Schutz bislang als Privatsache der Mitarbeiter. Die Anerkennung von weißem Hautkrebs als Berufskrankheit seit dem 1. Januar 2015 wird hier vieles ändern.

Aufnahme in die Liste der Berufskrankheiten

Auf der Basis wissenschaftlicher Empfehlungen des Ärztlichen Sachverständigenbeirats „Berufskrankheiten“ beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales wurde die Berufskrankheiten-Verordnung sowie die Berufskrankheiten-Liste an neue medizinisch-wissenschaftliche Erkenntnisse angepasst. Bestimmte Formen des so genannten "weißen Hautkrebses" (Plattenepithelkarzinome) oder dessen Vorstufen (multiple aktinische Keratosen) durch langjährige Sonneneinstrahlung sind seit dem 1. Januar 2015, mit der BK-Nr. 5103 Hautkrebs durch UV-Strahlung, als neue Berufskrankheit aufgenommen worden.  

Die BKV enthält die Liste der anerkannten Berufskrankheiten und verpflichtet die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung, alle geeigneten Maßnahmen zu ihrer Vorbeugung und Behandlung zu ergreifen. Bei allen in der BKV aufgeführten Krankheiten handelt es sich um Leiden, „die nach den Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft durch besondere Einwirkungen verursacht sind, denen bestimmte Personengruppen durch ihre versicherte Tätigkeit in erheblich höherem Grade als die übrige Bevölkerung ausgesetzt sind“ (§ 9 Abs. 1 Satz 2 Sozialgesetzbuch VII).

Zwischenzeitlich wurde auf DGUV-Ebene der „weiße Hautkrebs“ bereits als Berufskrankheit angesehen und betroffene Versicherte wurden entsprechend behandelt.

Stand: Januar 2015

Gefährdung durch natürliche UV-Strahlung

Mit der Einstufung von weißem Hautkrebs als berufliche Dermatose wird der angemessene Schutz vor natürlicher UV-Strahlung zum Bestandteil der persönlichen Schutzausrüstung (PSA), die Unternehmen jedem gefährdeten Mitarbeiter zur Verfügung stellen müssen. Um wirksamen Schutz zu gewähren, müssen die ergriffenen Maßnahmen zweckmäßige Kleidung und Kopfbedeckung ebenso umfassen wie geeignete Sonnenschutzpräparate. Ausschlaggebend für eine Gefährdung durch Sonnenlicht ist die Gesamtdosis der natürlichen UV-Strahlung, der ein Mitarbeiter im Laufe seines Arbeitslebens ausgesetzt ist. Weißer Hautkrebs gilt dann als Berufskrankheit, wenn die berufliche UV-Exposition des Betroffenen doppelt so hoch ist wie die eines Innenbeschäftigten. Dies ist bei so gut wie allen Berufsgruppen der Fall, die regelmäßig im Freien arbeiten; jeder Mitarbeiter, der nicht ausschließlich im Innenbereich tätig ist, muss also prinzipiell als gefährdet gelten.

Richtige Anwendung von Sonnenschutzmitteln

Die Wirksamkeit von Sonnenschutzmitteln hängt wesentlich davon ab, dass sie konsequent und großzügig aufgetragen sowie regelmäßig erneuert werden. Der Schutzfaktor gibt an, um welchen Grad das Sonnenschutzmittel die Eigenschutzzeit der Haut verlängert; ein Produkt mit Faktor 20 erlaubt es Mitarbeitern also, sich zwanzigmal länger der Sonne auszusetzen, ohne Hautschaden zu erleiden, als dies ohne Schutz möglich wäre. In der Praxis verlieren jedoch auch Mittel mit sehr hohem Lichtschutzfaktor mit der Zeit durch physische Belastung, Reibung, Schweiß und andere Einflüsse an Wirkung – sie müssen daher öfter aufgetragen werden.

Separate Schutzmittel für UV-A-, UV-B- und UV-C-Strahlung

UV-Exposition von Außenbeschäftigten in Relation zur Vergleichsgruppe (Referenzbasis)

Die Anforderungen an Schutzprodukte, die die Haut vor der Belastung durch natürliche UV-Strahlen bei Arbeiten im Freien schützen, sind deutlich anders als die Anforderungen an Präparate, die Schutz vor einer Belastung durch künstliche UV-C-Strahlung bieten sollen, wie sie beispielsweise bei Lichtschweiß-Arbeiten entsteht. So enthalten etwa viele moderne UV-Schutzmittel silikonhaltige Filter, um das Verkleben der Präparate zu verhindern und einer Weißfärbung nach dem Auftragen vorzubeugen. Schutzmittel gegen künstliche UV-C-Strahlung dürfen unter Umständen kein Silikon enthalten, z. B. wenn sie im Zusammenhang mit Oberflächenbearbeitung, etwa beim Lackieren, eingesetzt werden.

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